Saturday, May 19, 2012

Sprechstunde zur Integration mit Sebastian Kurz

Wie ich bereits erwähnte, liegt mir das Thema Integration am Herzen. Als ich im Facebook meiner Schwester die Einladung zur "Sprechstunde zur Integration" von Sebastian Kurz, dem Stadtsekretär für las, entschloss ich mich, daran teilzunehmen.



Es war kalt und hat ziemlich stark geregnet, als ich von der U-Bahn Station Längenfeldgasse zu Fuß ging, um an der Sprechstunde teilzunehmen. "Je stärker es regnet, desto weniger Leute werden kommen" freute ich mich, "denn in einer kleineren Gruppe kann man besser diskutieren".

Als ich vor dem Lokal, wo die Diskussionsrunde stattfinden würde, angekommen war, zeigte meine Uhr, dass ich 23 Minuten zu früh angekommen war. So beschloss ich, noch einen kurzen Spaziergang zu machen, um nicht den Eindruck zu erwecken, übereifrig an der Diskussion teilnehmen zu wollen.

Nach 10 Minuten habe ich gemerkt, dass es keine gute Idee war, im Regen und Wind zu spazieren, daher bin ich hineingegangen, wurde kontrolliert (ich hatte mich per e-mail angemeldet) und suchte einen guten Sitzplatz. Zu meiner Verwunderung waren schon 15-20 Leute da.

Ich saß neben einem Mann in einem dunklen Anzug, und habe mich umgeschaut, dass meisten Männer trugen dunkle Anzüge und sogar Krawatten. Es gab wenige, aber sehr elegant gekleidete Damen, niemand außer mir trug ein T-shirt. Die meisten Leute schauten wirklich ete-petete aus.

Gegen 17:00 war der Raum total voll, einige Leute fanden keinen Sitzplatz mehr und mussten stehen.
Ich warte sehr ungern, daher versuchte ich, meinen Nachbar anzusprechen, aber er zeigte wenig Interesse. So trank ich brav meinen ungewöhnlich dicken, dunklen Kakao, ohne einziges Wort mehr zu sprechen.
Etwa 10-15 Minuten später kam Sebastian Kurz, und wurde gleich mit dem Thema Asyl konfrontiert, obwohl er ganz am Anfang erklärt hatte, dass er für Integration aber nicht für Asyl-Angelegenheiten zuständig sei.

Eine sehr aufgeregte Frau mit lauter, hoher Stimme konfrontierte Kurz gleich mit Fragen, ob er eine Familie durch Abschiebung zerstören lassen wurde. Die  Atmosphäre war ziemlich gespannt, weil die Dame sehr emotional war, was einigen Leute nicht zu gefallen schien.
Kurz hat sie beruhigt, indem er versprach, dass er dieses Problem an die zuständige Stelle, nämlich das Innenministerium, weiterleiten würde.

Ein Herr wunderte sich warum viele Asylverfahren jahrelang dauern. Herr Kurz erklärte, dass genaue Untersuchungen durchgeführt werden müssen, um zu überprüfen, ob die Asylsucher die Wahrheit sprechen. Er erzählte von einem Mann, der angegeben hatte, minderjährig zu sein, nach einer Knochenuntersuchung stellte sich heraus, dass der Mann schon 50-55 Jahre alt war. Was für eine Geschichte!

Es gab noch sehr viele weitere Fragen oder Erzählungen von den Teilnehmern, z.B. Staatsbürgerschaft, oder Lerncafé, die Kurz geduldig beantwortete oder kommentierte. Manche Leute sprachen laut und deutlich, bei anderen hatte ich Schwierigkeiten, sie zu verstehen, weil sie zu leise sprachen. Ein Mikrophon und Lautsprecher wären hilfreich gewesen.
Das Thema Integration ist ein sehr emotional geladenes Thema, das konnte man an diesem Abend spüren.

Ich fand, dass Kurz die Fragen gut beantwortet hat. Er redete keine andere Parteien schlecht, sondern erklärte und verteidigte seine Pläne.
Seine Botschaft war, das Integrations-Problem zu bewältigen, statt wegzuschauen. Er betonte immer wieder, dass Deutschkenntnisse eine sehr wichtige Voraussetzung zu einer erfolgreichen Integration sind. Ich hatte mir leider keine Notizen gemacht, weil ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht daran dachte, einen Blog zu diesem Thema zu schreiben.

Trotz Herzklopfen wollte ich auch eine Frage stellen.
Ich hob meine rechte Hand, um anzudeuten, dass ich auch mitreden wollte, aber der gute Moderator schien meine Hand nicht zu sehen. Ich hob die linke Hand, aber es nützte auch nichts.
Ein netter Herr, der vor mir saß gab dem Moderator Handzeichen, um auf mich aufmerksam zu machen, aber der gute Mann nahm auch diese nicht zur Kenntnis.
Am Ende der Diskussion war ich nicht zu Wort gekommen.

Aber dann kam der Star des Abends vorbei, so rief ich seinen Namen so laut, dass es unmöglich war, mich zu ignorieren.
Leider hatte Herr Kurz nur wenig Zeit, um auf meine Anregungen einzugehen und anscheinend hatte ich ihn erschreckt, wahrscheinlich weil ich vor Aufregung ziemlich laut gesprochen hatte.

Welche Frage wollte ich Kurz stellen? Darüber werde ich später noch in einem anderen Post schreiben. Hier will ich nur meinen Eindruck von der Sprechstunde erzählen.

Als ich vor dem Spiegel im Lokal mein Gesicht sah, war ich nicht mehr so sicher, ob Kurz nur wegen meiner lauten Stimme überrascht wurde, oder weil meine Lippen wegen des dicken Kakaos so braun waren. Oder beides?

Anmerkung über das Aussehen von Sebastian Kurz aus der 'chinesischen' Sicht meines Vaters:
Als ich die Bilder von Sebastian Kurz das erste Mal in den Tageszeitungen sah, dachte ich,
"Was für ein Gesicht, die Haut ist so glatt wie Porzellan, und die Backen sind so-o-o rot."

In dieser kurzen Begegnung hatte ich folgendes bemerkt: er ist nicht nur jung, aber sieht auch (geschminkt oder vielleicht sogar noch besser wenn er UNgeschminkt) schön aus wie in den Bildern,
die ich in seinem Facebook oder den Medien sehe. Ich merkte auch, dass seine Handflächen weich sind und seine Stirn breit ist.


Da erinnere ich mich an eine Geschichte über die Bedeutung von bestimmten Körpermerkmalen, die mir mein Vater erzählt hatte:
Jemand mit knochigen Handflächen hat ein schweres Leben, jemand mit weicher Handfläche wird gut versorgt, wer eine breite Stirn (wie eine Schweinsleber) hat, wird finanziell Glück haben.
Ich weiß nicht ob die Stirn von Herrn Kurz so groß wie eine Schweinsleber war, oder ob es stimmt, was mein Vater mir erzählt hatte, aber eines weiß ich genau, dass Sebastian Kurz wegen seines Aussehens nie Probleme hätte, VerehrerInnen zu finden, wenn er in Indonesien leben würde.
Er würde wahrscheinlich von hunderten Müttern umringt, die ihn fragen würden, ob er ihr Schwiegersohn werden wollte.

1 comment:

Anonymous said...

In Dallas we do have foreigners from all over but
I would say that mostly people live side by side peacefully and mingle a little.
My husband's brother invites
us to parties at his house and it's always all Indian folks. That
doesn't bother me, I love
their parties, but an interesting observation. One time there was a
little girl there and she
told me that she had a birthday party but no "English" were invited.
HAHA. She is referring to
people like me. Our parties, which we don't have very often, are a mix
of people - Indian,
Chinese, American, Russian. We mingle more than others, I guess.